12. März 2022 Von Christin Löhner

Eine Zusammenfassung zur aktuellen Desinformationskampagne gegen das #Selbstbestimmungsgesetz

Unter wirklich jedem Artikel zum Thema trans die gleichen Desinformationen und Lügen. Ich kann diese gequirlete Scheisse nicht mehr sehen und ich habe auch keine Lust mehr, das ewig klarzustellen.
Hier in Kürze die Fakten:

Nein, mit dem Selbstbestimmungsgesetz können 14-jährige nicht ohne Erlaubnis der Eltern eine OP bekommen. Das SBG ersetzt das TSG und da geht es nur um die Namens- und Personenstandsänderung.

Nein, es kann sich niemand spontan als Frau erklären und in die Umkleidekabinemarschieren. Das Verfahren wird von einem größtenteils verfassungswidrigen Verfahren vor dem Familiengericht mit zwei entwürdigenden Gutachten, die man selbst teuer bezahlen muss, zu einem Antragsverfahren vor dem Standesamt. Es wird immer noch Monate dauern, bis alles genehmigt ist und die Papiere geändert sind.

Nein, kein Mann kann sich zur Frau erklären und in ein Frauenhaus laufen. Das können nicht einmal Frauen. Das sind keine öffentlichen Gebäude mit Publikumsverkehr, wo man einfach reinlatscht. Es finden Vorgespräche statt und dann wird einem ein Platz zugewiesen, falls etwas frei ist, was wegen der chronischen Unterfinanzierung oft nicht der Fall ist.
Nein, Pubertätsblocker machen keine Kinder, die nur abweichendes Verhalten zeigen trans. Zum einen werden die ohnehin nur ab dem zweiten Tanner-Stadium gegeben und viel zu oft müssen trans Jugendliche und ihre Eltern lange darum kämpfen überhaupt welche zu bekommen. Weit häufiger als für trans Jugendliche werden Pubertätsblocker für is Kinder eingesetzt, die viel zu früh in die Pubertät kommen (pubertas praecox vera). Pubertätsblocker zu verbieten würde also nicht nur trans Jugendlichen massiv schaden.

Es gibt jahrzehntelange Erfahrungen mit den Pubertätsblockern. Nicht nur bei trans Jugendlichen, sondern eben auch bei Kindern. Die Effekte sind reversibel und alle Nebenwirkungen sind deutlich weniger als die Effekte einer Nicht-Behandlung.

Frauentoiletten sind keine “safe spaces”. Zum einen kommen Vergewaltigungen auch auf Frauentoiletten vor. Die Täter laufen einfach rein. Ein Schild an der Tür hält sie nicht auf. Diese Täter werden auch zukünftig nicht aufs Amt gehen, einen Antrag stellen, monatelang warten, sich stereotyp-weiblich kleiden, um dann das gleiche zu tun, was sie jetzt schon tun. Wenn deine Angst Männer auf Frauentoiletten ist, sind Männer ohne Achtung vor Frauen dein Problem, nicht ein Selbstbestimmungsgesetz.

Es ist Männern in Deutschland nicht verboten, eine Frauentoilette zu betreten, solange sie diese nur ihrem Zweck benutzen. Das heißt, auch ein Mann kann rein, Kabinentür zu, Geschäft erledigen, Tür auf, Hände waschen und raus. Nicht verboten.

Nein, es werden nicht Horden von Sexualstraftätern im Gefängnis ihr Geschlecht ändern und dann zu den Frauen verlegt. Ja, es gab den Fall Karen White in UK, aber dort wurden Vorschriften missachtet, die Person hätte nicht verlegt werden dürfen. Die britische Presse hat sich auf das Thema eingeschossen und verbreitet Desinformationen. So soll sich angeblich 1 in 50 Strafgefangene in UK als trans erklären und verlegt werden. Außerdem würden in Frauengefängnissen in Kalifornien Kondome verteilt, weil es da so viele trans Frauen gäbe. Erlogen und erstunken. Die offiziellen Zahlen der britischen Gefängnisbehörde sind es 162 trans Personen in britischen Gefängnissen, bei über 80.000 Gefangenen. Bis auf 30 sitzen alle in der Männerabteilung. Über die Unterbringung wacht eine Kommission und ohne GRC, auf das man locker 6-10 Jahre warten muss, inkl. Gutachten, Alltagstest usw. und OP hat man kaum eine Chance in einer normalen Frauenabteilung zu landen. Es gibt eine besondere Abteilung für trans Frauen ohne obige Voraussetzungen, da gibt es aber keine cis Frauen.

In Kalifornien wurden in allen Gefängnissen Kondome verteilt. Das hat aber nichts mit trans Frauen zu tun, sondern damit, dass es trotz Verbot immer wieder zu Sex kommt, freiwillig oder nicht. Eben auch in Frauengefängnissen, zB mit Wachpersonal. Da die HIV Infektionen und andere STDs in die Höhe schnellten, hat man überall Kondome verteilt. Also wieder Desinformationen.

Weder die USA noch UK haben ein Selbstbestimmungsgesetz. Dort gilt angelsächsisches Recht. Man kann in vielen US-Staaten und in UK seinen Namen beliebig oft ändern und entsprechende Pässe oder Führerscheine bekommen. Entscheidend für Rechte ist aber das legale Geschlecht in der Geburtsurkunde und das lässt sich in UK nur mit einem GRC und in den USA nur in einzelnen Staaten vor Gericht nach OP ändern. Trotzdem wird man dann nicht automatisch in ein Frauengefängnis gebracht, man kann es dann aber beantragen.

Selbstbestimmungsgesetze gibt es in Argentinien, Uruguay, Kolumbien, Malta, Portugal, Luxemburg, Belgien, Schweiz, Dänemark, Norwegen, Irland und Island. In keinem dieser Länder kam es bisher zu Vorfällen der oben genannten Art. Alle Beispiele, die von transfeindlichen Accounts genannt werden, sind aus UK oder USA, die meisten davon sind gelogen und beide Länder haben keine Selbstbestimmungsgesetze.

Österreich hat sogar die Vornamens- und Personenstandsänderung per einfachem Formular und Kosten von 15,- Euro am Standesamt. Eine Sache von 30 Minuten, bis man die neue Geburtsurkunde in der Hand hält! Auch dort kam es noch nie zu Vorfällen der oben genannten Art. Niemals.

Das zur Einordnung des Gesülzes von “Gender Criticals”.

Quelle: M. Froesch

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