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Interview mit Christin Löhner – Das Leben nach der geschlechtsangleichenden Operation (GaOP)

Interview mit Christin Löhner - Das Leben nach der geschlechtsangleichenden Operation (GaOP) 1

Unsere Vorsitzende, Christin Löhner, hatte ihre erste Geschlechtsangleichende Operation (GaOP) im Januar 2018 und ihre Korrekturoperation im August 2018. Im Februar 2019 hatte sie dann ihren Brustaufbau von Körbchengröße A zu C.

Wir haben sie zu verschiedensten Themen der Transition und zu ihrem Leben nach den Operationen interviewt.

VDGE e.V.: Du erzählst auf deinem persönlichen Blog sehr viel Privates über dich. Er beginnt genau mit der Zeit deines Coming Outs. Warum gibt es nichts von oder über dich zu lesen von vor dieser Zeit?

Interview mit Christin Löhner - Das Leben nach der geschlechtsangleichenden Operation (GaOP) 2Christin Löhner: Das ist tatsächlich ein schwieriges Thema. Mein Leben vor meinem Coming Out war mit ein paar wenigen Höhen, aber sehr vielen Tiefen und sehr schlimmen Erlebnissen gespickt. Zu erzählen hätte ich sicher genug gehabt. Aber ich empfand mich selbst immer als Außenseiter und teilweise sogar als Psychopath. Ich hatte vor meinem Coming Out nie das Bedürfnis, mich mitteilen zu wollen und um ehrlich zu sein, hatte ich sehr vieles auch nie richtig verarbeitet und konnte gar nicht darüber reden.

VDGE e.V.: Psychopath? Warum das?

Christin Löhner: Naja, ich wusste ja sehr viele Jahre nicht, was überhaupt mit mir los war. Ich wusste zwar schon mit ungefähr sieben Jahren, dass bei mir irgend etwas nicht zusammen passte, konnte mich aber nie mitteilen oder genau sagen, wo mein Problem war. Erst 2007 stieß ich selbst auf die Begriffe Transsexualität, Transidentität und so weiter. Vorher war es für mich einfach ein einziges Falsch Sein, was ich für mich empfand. Oft hatte ich Angst, einfach nur schwul zu sein, obwohl ich schon immer beide Geschlechter sexuell anziehend fand. Meine Eltern schickten mich in meiner Kindheit zu Psychiatern und Psychologen, die mir aber auch nicht helfen konnten, weil ich meinen Mund nicht aufmachte. Ich wurde früher so viel gemobbt, verprügelt, misshandelt und sogar vergewaltigt, so dass ich für mich nicht mehr wusste, ob ich das nicht alles selbst verdient hätte. Ich habe mich prostituiert, war jahrelang schwerst Drogen abhängig. Ja, ich hielt mich schlussendlich tatsächlich für psychisch gestört, geistig krank oder einen Psychopathen.

VDGE e.V.: Und heute, also seit deinem Coming Out, kannst du plötzlich darüber schreiben und reden? Sogar über die Prostitution und die Vergewaltigungen?

Christin Löhner: So plötzlich kam das gar nicht. Sicher, ich fing mit meinem Coming Out an, auch den Blog zu schreiben und von meinem Weg zu erzählen, aber um über Vergewaltigungen reden zu können, insbondere so offen wie ich das heute tue, muss man sie erst verarbeitet haben. Das war ein langer Prozess, den ich mir aber selbst nur durch das Schreiben meiner Autobiographie erarbeitet habe. Denn dort musste ich all das Erlebte wieder erleben und akribisch notieren, aufschreiben, mich erinnern und beschreiben. So habe ich gelernt, das Erlebte auch zu verarbeiten. Bei mir hat das so gut funktioniert, dass ich heute tatsächlich völlig emotionslos von den Vergewaltigungen oder meiner Drogensucht erzählen kann.

VDGE e.V.: Aber warum überhaupt dieser Blog? Warum hast du mit dem Coming Out begonnen, dich deinen Mitmenschen so detailliert mitzuteilen, wo du das doch vorher überhaupt nicht konntest?

Christin Löhner: Das ist relativ einfach. Ich war endlich Richtig. Dieses Coming Out in 2015 als Frau mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung, also mit Transsexualität, hat so Vieles in mir ausgelöst. Vor allem war es aber der völligen Akzeptanz meiner Familie und meines Arbeitsumfelds zu verdanken, dass ich mich endlich richtig fühlte. Ich wusste endlich, ja, ich bin eine Frau und ich darf sie endlich so leben, wie ich es eigentlich immer wollte. Ich wusste endlich, dass ich doch kein Psychopath war oder verrückt, sondern, dass dies alles irgendwo einen Sinn ergab. Ich hatte urplötzlich so riesige Glücksgefühle in mir und war einfach wirklich urplötzlich wahnsinnig euphorisch und glücklich mit mir selbst, dass ich mein Glück auch ind ie Welt hinaus schreien wollte und andere Menschen mit glücklich machen wollte. Und als Webentwicklerin viel mir da nur eine Möglichkeit ein: Einen Blog zu schreiben und so anderen von mir zu erzählen.

VDGE e.V.: Okay, das ist nachvollziehbar. Du erwähntest eben deine Autobiographie, die du ja letztes Jahr Ende Juli auch veröffentlicht hast. Erzählst du dort wirklich haarklein und detailliert über diese Vergewaltigungen? Bitte entschuldige, aber dann wäre das Buch doch sicher nicht jugendfrei, oder?

Christin Löhner: Haha, nein, also natürlich nicht. Das Buch ist durchaus freigegeben für Jugendliche ab 12 Jahren. Ich erzähle dort, wie es dazu gekommen ist, was ich dabei fühlte und wie es abgelaufen ist, aber es ist natürlich kein Pornographisches Werk. Bei den Details habe ich sehr Vieles umschrieben oder auch weg gelassen.

VDGE e.V.: Verstehe. Kommen wir zum eigentlichen Thema unseres Interviews: Dein Leben nach den geschlechtsangleichenden Operationen. Wir wissen, dank deines Blogs und deiner Autobiographie, dass du diesen Schniepel zwischen den Beinen immer nur als Werkzeug angesehen hast, nie wirklich Verlangen nach Sex hattest und ihn nur dazu benutzt hast, deine Partner oder Partnerinnen zu befriedigen. Ist das richtig?

Christin Löhner: Ja, das ist richtig. Ich hatte in meinem Leben sehr viele Sexualpartner und -partnerinnen. Dank meiner Prostitution damals in Ulm mit 18 bis ich ungefähr 25 war, hatte ich sehr viele Gelegenheiten, Sex zu machen und andere zu befriedigen, was ich auch durchaus gerne getan habe. Ich wurde ja nie gezwungen das zu machen, sondern machte es aus freien Stücken, weil ich einerseits Geld brauchte und andererseits durchaus Spaß am Sex an sich hatte. Aber mir war es nie wichtig, selbst Spaß daran zu haben oder gar einen Orgasmus zu haben. Mir war es immer am Wichtigsten, dass die anderen auf ihre Kosten kamen. Meinen Penis sah ich dabei immer nur als Mittel zum Zweck.

VDGE e.V.: Nun hattest du deine geschlechtsangleichenden Operationen. Die Letzte, eine ganz kleine Korrektur an den Schamlippen hattest du im Januar 2020. Wie geht es dir damit?

Christin Löhner: Womit? Du meinst, wie es mir mit meiner Vagina geht?

VDGE e.V.: Ja genau, was ist das für ein Gefühl, keinen Penis mehr zu haben, sondern plötzlich eine Vagina?

Christin Löhner: *lacht* Du stellst Fragen. Aber ja, natürlich ist da ein Unterschied. Ich mein, wäre da kein Unterschied, müssten wir diese Operationen nicht machen, ne? Der Unterschied ist ganz einfach der, dass es endlich das richtige Organ zu meinem Geschlecht ist. Als Frau empfinde ich einen Penis an mir einfach als falsch und ich kann damit selbst nichts anfangen – an anderen Körpern schon. Als Frau empfinde ich nur eine Vagina für mich als richtig und stimmig. Aber ganz abgesehen davon gibt es naürlich auch noch andere, weitaus lustigere Unterschiede: Zum Beispiel ist meine Harnröhre nun ungefähr 16 Zentimeter kürzer und Anfangs war das echt ungewohnt, meinen Urin so bereitwillig den Körper verlassen zu fühlen. Sonst waren da noch 16 Zentimeter mehr Gefühl bei. Oder das so typische “abschütteln” des männlichen Glieds nach dem Pinkeln. Auch das musste ich mir erst abgewöhnen. Oft genug ging meine Hand weiterhin zwischen die Schenkel um abzuschütteln und griffen dann ins Leere.

VDGE e.V.: *lacht* Okay, die Antwort ist toll, haha. Du zeigst uns in deinem Blog und in deiner Autobiographie, wie offen du inzwischen über all das reden kannst. Magst du uns erzählen, was sich sonst noch für dich verändert hat?

Christin Löhner: Naja, sehr viele Menschen die eine solche Angleichung anstreben, scheinen zu denken, dass diese Angleichung sämtliche Probleme löst und die Welt für sie plötzlich ein besserer Ort wird. Das ist natürlich nicht so. Man bleibt derselbe Mensch, mit denselben Schulden die man hat, mit denselben Schufa-Einträgen oder denselben Verpflichtungen, die man auch vorher hatte. Die Angleichung des sichtbaren Geschlechtsmerkmales sorgt nun auch nicht auf einmal dafür, dass es dir psychisch besser geht oder du dich “angekommen” fühlst, zumindest nicht in dem Maße, wie es viele erwarten. Sie sorgt auch nicht für ein besseres Passing und damit für weniger Diskriminierung, Transfeindlichkeit oder Ähnliches. Jeder Menschen der eine Angleichung anstrebt muss sich VORHER darüber absolut im Klaren sein, dass sich sein Leben dadurch nicht ändert oder dass dieser Mensch dadurch eben nicht plötzlich überall nur noch als im Zielgeschlecht gelesen wird! Eine Geschlechtsangleichung ist ein sehr tiefgreifender, Körper verändernder Eingriff, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Und dieser Eingriff ist mit sehr, sehr vielen Risiken behaftet. Es ist durchaus möglich, dass man danach nicht mehr Orgasmus fähig ist, dass man kein Gefühl mehr hat oder dass sogar Teile davon nekrotisch werden, also absterben. Man darf von dieser Angleichung keine Wunder erwarten!

VDGE e.V.: Das ist sehr gut und absolut richtig, dass du das so klar sagst und wir hoffen, dass sich viele das zu Herzen nehmen. Trotzdem, irgendwas muss ich doch für dich auch zum Positiven entwickelt haben? Oder hat sich bei dir mit der Angleichung wirklich nichts verändert?

Christin Löhner: Das kann man leider nicht oft genug sagen. Ich kenne zwei Mädchen, die ihre Angleichung im Nachhinein zutiefst bereut haben. Allerdings fand hier vorher auch kaum Aufklärung statt.
Was hat sich für mich verändert? Natürlich hat sich trotzdem für mich auch sehr viel verändert. Dies ist aber eher dem geschuldet, dass ich sowieso schon immer Sex geliebt habe, ja sogar nymphoman bin. Der Sex macht mir noch viel, viel mehr Spaß als vorher und vor allem kann ich ihn endlich auch selbst genießen. Ich lasse mich nun verwöhnen, statt selbst ständig nur andere zu verwöhnen. Ich bekomme die schönsten Orgasmen, die man sich vorstellen kann.

VDGE e.V.: Du hattest also offenbar das Glück, dass du Orgasmus fähig geblieben bist?

Christin Löhner: Ohja! Der Sex mit meiner Vagina, wenn da ein männlicher Penis hinein taucht und mich rhythmisch und hart stößt, ist unglaublich! Das ist überhaupt kein Vergleich zu vorher, als ich der aktive Part sein musste.

VDGE e.V.: *lacht* Vorsicht, wir wollen doch Jugendfrei bleiben! Gut der Sex ist toll, aber ist das alles, was sich verändert hat?

Christin Löhner: Oh Nein! Es hat sich für mich seit meinem Coming Out so viel verändert und Vieles lässt sich gar nicht auf ein bestimmtes Ereignis wie die GaOP zurück führen. Ich fühle mich endlich als ganze Frau, vollständig und komplett. Und das hat bei mir dafür gesorgt, dass ich extrem selbstbewusst geworden bin und in der Öffentlichkeit auch sehr gerne mit meinen neuen Reizen spiele. Ich bin sehr exhibitionistisch und nudistisch veranlagt. Ich gehe mit meiner Frau an den FKK Strand, wir gehen in Swingerclubs und unternehmen so viel, wo eine Frau eher als Sexobjekt betrachtet wird. Ich bin zwar einerseits Feministin, andererseits will ich aber meine neu gewonnene Sexualität und Geilheit genießen. Wir machen aktiv BDSM, gehen auf BDSM Play Parties und Vieles ehr.
Wenn man sich überlegt, wie es mir bis zu meinem Coming Out ergangen ist und was ich vorher für ein Trauerkloß war, ohne jegliches Selbstbewusstsein. Heute sprühe ich über vor Selbstbewusstsein und Extrovertiertheit, dass es für eine Person fast schon zu viel ist. Und so kann ich auch meinen Schützlingen in den Selbsthilfegruppen oder als Beraterin einiges davon an andere abgeben.

VDGE e.V.: Wow! Also ist das Coming Out und die geschlechtsangleichenden Operationen doch ein Allheilmittel gegen die Transsexualität?

Christin Löhner: Nein, überhaupt nicht! Im Gegenteil! Wie vorhin schon gesagt, denken leider viel zu viele genau das, aber das ist es nicht. Um sich so ins Positive zu verändern, Selbstbewusstsein zu bekommen und so offen und extrovertiert zu werden, also um wirklich mit sich selbst glücklich zu werden, ist viel mehr notwendig!
Viele Menschen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung verfallen nach den geschlechtsangleichenden Operationen wieder in Depressionen, weil der Weg auf einmal zu Ende ist und es nichts mehr gibt, wofür man kämpfen muss. Das Ziel ist erreicht und auf einmal muss man einfach nur noch Leben. Man hat Jahre lag auf ein Ziel hin gekämpft, sich eingesetzt und alles unternommen um das Ziel, die geschlechtsangleichenden Operationen zu erreichen. Dann hat man dieses Ziel plötzlich erreicht und der ganze Lebensinhalt ist plötzlich weg. Man muss auf einmal nicht mehr kämpfen, sondern nur noch friedlich und glücklich mit sich selbst, leben.
Genau damit haben dann viele ein Problem. Ihnen geht der ganze Lebensinhalt verloren und sie wissen nicht mehr mit ihrem Leben anzufangen.
Um wirklich glücklich zu werden, muss man dieses Ende der ganzen Anstrengung regelrecht erwarten und sich herbei sehnen. Man muss dieses Ende wollen und man muss wissen, dass das Leben nach den Operationen ganz genau so weiter geht, wie vor dem Coming Out, mit allen Höhen und Tiefen, Schulden oder dem Job. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Kämpfen irgendwann vorbei ist, und das “normale Leben” wieder weiter geht. Das schaffen manche von uns nicht.

VDGE e.V.: Und was ist dann noch notwendig um glücklich zu werden?

Christin Löhner: Wie? Ach so, naja, so genau kann ich das auch nicht sagen. Bei mir ist es das Helfen anderer Mitbetroffenen, mein Verein, meine Selbsthilfegruppen, meine Beratung und vor allem die Vorträge und das Präsent sein in der Öffentlichkeit und in den Medien. Und es ist das Genießen der neuen Sexualität. Ich liebe den Sex, ich liebe meine Vagina und meine Brüste. Ich liebe einen schönen Schwanz, solange er nicht mein eigener ist.
Ich glaube man muss sich einen neuen Lebensinhalt setzen. Man braucht eine Aufgabe, die man nach den Operationen erfüllen kann.
Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich natürlich mit Michelle, meiner Frau einen Menschen gefunden habe, die wirklich alles mit mir teilt und sich über jeden Fortschritt genau so mit mir freut. Und ich gebe ihr dafür von meinem Selbstbewusstsein ab.

VDGE e.V.: Es ist also wie mit allem, man muss sich sein Glück erarbeiten.
Sprechen wir noch mal über den Sex mit deinem nun zu dir passenden Geschlechtsteil. Wie muss man sich das vorstellen?

Christin Löhner: *lacht* Naja, du weißt sicher, wie Sex funktioniert, oder? Oder muss ich bei den Bienchen und Blümchen anfangen? Also da sind die Bienchen, die fliegen zu einer Blume….

VDGE e.V.: Haha, nein, so weit zurück musst du nicht gehen! Aber wie fühlt es sich an für dich? Und für den Sexualpartner?

Christin Löhner: Ahh, okay, hatte schon Angst ich müsste dich jetzt erst mal aufklären. Hihi…
Wie es sich anfühlt? Mit einem Wort: MEGA! Sicherlich ist es kein Vergleich zu einer Natur gewachsenen Vagina und Kitzler, aber wenn das Gehirn die Berührungen und Empfindungen erst einmal an das neue Organ angepasst hat, man also nicht mehr den Eindruck hat, man wird 16 Zentimeter außerhalb des Körpers an der Eichel berührt, sondern direkt im Körper an einem Kitzler, dann ist es ein total neues und tolles Gefühl. Zum Glück macht das das Gehirn ganz automatisch. Die Signale die von der Vagina an das Gehirn ausgestrahlt werden, bzw. wie das alles dann vom Gehirn interpretiert wird, das verändert sich sehr schnell nach der OP. Es dauert nur Tage, bis sich die Gefühle, Berührungen und Empfindungen einfach richtig anfühlen. Und wenn es dann so weit ist, ist es einfach nur unglaublich schön!
Das Gleiche mit den Orgasmen! Ich bekomme vaginale und klitorale Orgasmen und kann sehr gut dazwischen unterscheiden. Überhaupt sind die Orgasmen völlig anders als vorher. Sie sind viel intensiver, betreffen den ganzen Körper und nicht nur die Körpermitte, sie gehen sogar bis ins Gehirn und kommen in heißen Wellen, die durch den ganzen Körper laufen.
Aber es ist nicht nur das. Als Frau willst du ja auch beschützt werden, vielleicht sogar ein wenig dominiert werden, beim Sex. Und es ist ein unglaublicher Unterschied, ob du selbst der aktive, männliche Part bist und Dein Ding wo rein hämmerst oder ob du der eher passivere, weibliche Part bist und einen starken Mann auf dir liegen hast, der in dich eindringt.
Die Männer mit denen ich bisher geschlafen habe, sagen alle einhellig, dass sich der Sex ganz genau so anfühlt, wie mit jeder anderen Frau auch. Kein Unterschied.

VDGE e.V.: Man merkt, dass das für dich genau das Richtige ist, so wie du davon sprichst. Vielen Dank dafür!
Wie geht es nun bei dir weiter? Wie sieht dein Leben nach den geschlechtsangleichenden Operationen aus?

Christin Löhner: Nun, ganz einfach: Ich werde weiterhin meine neu gewonnene Sexualität mit meiner Vagina und meinen Brüsten bis ins Tiefste genießen! Michelle und ich, wir haben ja eine sehr offene Beziehung und Ehe. Sie geht ab und zu alleine in den Swingerclub, ich schlafe mit anderen Männern. So ist das bei uns. Wir genießen es einfach, wir genießen unser Leben nach den Operationen!
Aber das ist natürlich nicht alles. Ganz großer Stellenwert hat natürlich mein Verein und die Hilfe, die ich dadurch anderen Menschen geben kann. Die Selbsthilfegruppen, die Beratungen, die Vorträge und auch die mediale Präsenz werden von mir genau so weiter betrieben, wie bisher und auch weiter ausgebaut. Der Verein wächst wahnsinnig schnell, wenn man bedenkt, dass wir vor einem Jahr noch aus zwei Selbsthilfegruppen bestanden und nun aus sechs Selbsthilfegruppen und elf Peerberatungsstellen in ganz Deutschland und in der Schweiz. Darum werde ich mich natürlich auch weiterhin vorwiegend kümmern.

VDGE e.V.: Vielen Dank liebe Christin! Danke dass du immer für uns da bist und danke für dieses Gespräch! Ich freue mich schon auf unser nächstes Selbsthilfetreffen!

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