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Bin ich transsexuell? Woher weiß man, ob man transsexuell ist? Habe ich eine Geschlechtsinkongruenz oder eine Variante der Geschlechtsentwicklung?

Heute möchte ich einen Artikel schreiben, der hoffentlich vielen Personen die vor dieser Entscheidung stehen oder nicht wissen, wer oder was sie sind, helfen soll. Mir ist absolut klar, das es dafür keine Grundregel oder einen funktionierenden Test gibt. So etwas kann es gar nicht geben, weil jeder Mensch verschieden ist und sich natürlich auch Transsexualität bei jedem Menschen anders äußert oder anders beginnt. Trotzdem gibt es auch einige Gemeinsamkeiten, die mir immer wieder bei sehr vielen meiner Schützlinge auffallen.

Zuerst einmal etwas Grundsätzliches zum Verständnis und vielleicht findest Du Dich da schon wieder und kannst alleine durch die Definition schon sicher von Dir sagen, das Du trans* bist, bzw. eine Geschlechtsinkongruenz hast:

Was Ist Transsexualität? Was Ist Transidentität? Was Ist Trans*? Was Ist Eine Variante Der Geschlechtsentwicklung?

Zunächst müssen wir einige Begriffe definieren oder eventuell sogar richtig stellen. Lies Dir dazu bitte einmal den folgenden Artikel zuerst durch und komme dann wieder hierher zurück:

Was ist Transsexualität? Was ist Transidentität? Was ist Trans*? Was ist eine Variante der Geschlechtsentwicklung?

Bin ich transsexuell? Bin ich geschlechtsinkongruent? Habe ich eine Variante der Geschlechtsentwicklung?

Nun, wie findest Du nun heraus, ob Du transsexuell bist oder eine Geschlechtsinkongruenz hast? Wie findest Du heraus, ob Dein gefühltes Geschlecht nicht mit dem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht übereinstimmt? Wie findest Du heraus, ob Du wirklich diesen schweren und langen Weg gehen musst, oder ob es bei Dir vielleicht doch eher nur ein Fetisch ist, eine Lust oder Laune ist oder ob Du doch nur Travestie betreiben willst, das ganze als Kunst betrachtest und Dich nur aus Spaß an der Show, am Game, dem Anime oder der Aufmerksamkeit wegen verkleiden willst?

ich versuche das zu erst einmal aus meiner Warte zu erklären. Ich zeige Dir zu erst einmal, wie das bei mir war und ist, was ich gefühlt habe und wie ich schlussendlich für mich gemerkt habe, was tatsächlöich mit mir los ist:


Wir alle kennen das: Ein kleiner 5 oder 6-jähriger Junge zieht sich die Hose runter und fummelt an seinem Pimmelmännchen herum. Das ist völlig normal und auch gut so, denn so lernt der kleine Mann sich und seinen Körper kennen.

In meinem Fall lernte ich so, dass bei mir irgendetwas nicht stimmen konnte, ich wusste damals nur noch nicht was.

Ständig und überall wurde ich als Junge eingeordnet. Sei es beim Schulsport, wenn es hieß Jungen gegen Mädchen und ich mich zu den Mädchen hin stellen wollte, oder auf dem Pausenhof, wenn ich viel lieber mit den Mädchen zusammen spielen wollte. Die Themen der Jungs interessierten mich nicht und die Mädchen wollten mich nicht.

„Du gehörst hier nicht her“, „Du bist ein Junge, wir wollen Dich nicht bei uns“. Solche und ähnliche Sprüche musste ich mir ständig anhören und ich verstand das alles zuerst nicht so richtig.

Es schien mir, dass Alles und Jeder gegen mich war und mich nicht verstand. Ständig hatte ich das Gefühl, etwas falsch zu machen und falsch zu sein. Dies führte schon im sehr jungen Kindesalter dazu, dass ich immer vorsichtiger, immer zurückhaltender, immer introvertierter wurde und jegliches Selbstbewusstsein verlor.

Ständig sagten mir alle, ich sei ein Junge und solle mich entsprechend verhalten. Ständig, jede Minute, war mir bewusst, dass ich irgendwie anders war und meine Umwelt mir etwas Falsches eintrichtern wollte. Ich war mir bewusst und absolut sicher, ein Mädchen zu sein.

Jeder sagte mir etwas Anderes und dies sorgte dann natürlich auch für Zweifel in mir selbst und die tiefe, innere Sorge, vielleicht verrückt zu sein.

Hinzu kamen dann natürlich mit der Zeit auch das Mobbing und vor allem das Allein sein. Ich zog mich selbst immer mehr zurück, baute regelrecht eine dicke Mauer des Selbstschutzes um mich herum auf und bekam ständig das Gefühl vermittelt, falsch zu sein, egal wo ich hin ging. Die Mädchen wollten mich nicht, weil ich für sie ein Junge war und die Jungs wollten mich nicht, weil sie mich als „komisch“, „mädchenhaft“, als „Weichei“ und „Mama-Söhnchen“ ansahen.

Niemand wollte mich verstehen – niemand konnte mich verstehen. Mein Gott, nicht einmal ich selbst verstand mich!

Ich wusste nicht, was mit mir los war, ich hatte dafür keinen Namen, keine Bezeichnung, konnte mich nicht erklären. Ich wusste nur, etwas war falsch.

So zogen die Jahre ins Land und jedes Einzelne war verdammt lang und voller Hürden. Aber es sollte noch viel Schlimmer kommen, nur wusste ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Ich wurde sieben, acht, neun und ich begann langsam, meinen eigenen Körper kennen zu lernen. Ich musste lernen, dass dieser Zipfel da zwischen meinen Beinen wohl tatsächlich zu einem Jungen gehören musste und ich merkte, dass wohl alle recht haben mussten. Doch dazu stand im krassen Gegensatz das, was ich fühlte und was ich tief in meinem Innersten unumstößlich und sicher wusste: Ich bin ein Mädchen!

Ich wurde elf, zwölf, dreizehn Jahre alt und meine Pubertät begann. Plötzlich bekam ich Haare im Gesicht, womit ich nie gerechnet hatte. Ich kam in den Stimmbruch, meine Stimme senkte sich und was mich mit am aller meisten schockierte, war die Tatsache, dass mir keine Brüste wachsen wollten.

Mir wurde, mit dreizehn Jahren, unumstößlich klar, dass bei mir etwas ganz gewaltig schief gelaufen sein musste und ich nun in diesem falschen Gefängnis eines Jungenkörpers fest saß, obwohl ich doch ganz klar ein Mädchen war.

Mit 14 gab es eine Szene, wo ich mit einem Teppichmesser Zuhause auf meinem Bett saß und mir meinen Penis selbst abschneiden wollte. Nun ja, ich habe es natürlich nicht getan, weil ich Angst hatte vor dem vielen Blut und der Sauerei und so.

So gingen dann die Jahre ins Land, meine Eltern schickten mich im Laufe der Zeit zu verschiedensten Psychologen und Therapeuten, von denen mir keiner helfen konnte oder wollte. Vermutlich verstanden sie selbst nicht, was mit mir los war oder wie es dazu kommen konnte.

Ich begann alles und jeden zu hassen, vor allem aber hasste ich mich selbst. Natürlich merkte man das alles auch an meinen Schulnoten und meine erste Lehre brach ich nach einem halben Jahr ab, weil ich einfach „keinen Bock“ darauf hatte.

Ich gab irgendwo in mir drin meinen Eltern die Schuld für all das und so wurde mein Verhältnis zu ihnen natürlich auch nicht besser. Die Tatsache, dass ich ein Adoptivkind war und meine Adoptiveltern nach meiner Adoption noch zwei eigene Kinder zur Welt brachten, tat sein Übriges und ich sagte mir, dass meine Eltern mich nicht liebten, nicht lieben konnten. Ich wurde extrem bockig, trotzig und immer schwieriger.

Mit 18 bin ich dann von Zuhause abgehauen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe und mein Leben leben wollte. Damals bin ich nach Ulm gekommen, wo ich ganz fürchterlich abgestürzt bin. Mit 22 oder 23 habe ich mich selbst aus diesem Sumpf wieder hervor gekämpft.


Nun, liebe*r Besucher*in, findest Du Dich bereits in dieser Geschichte wieder? Hast Du Ähnliches empfunden, deinen Körper und insbesondere Dein primäres Geschlechtsmerkmal so gehasst wie ich? Hattest Du auch Depressionen wie ich? Warst Du neidisch auf das andere Geschlecht, weil Du immer so sein wolltest wie sie? All das und Vieles mehr sind relativ eindeutige Indikatoren dafür, das Du Transgender bist.

Was wenn das noch nicht eindeutig genug für Dich war? Nun, das ist tatsächlich nicht so einfach. Hierfür gibt es trans*-erfahrene Psychotherapeuten, die auch erst einmal einige Sitzungen mit Dir benötigen, um sich sicher zu sein ob Du trans* bist oder nicht, ob es sich für Dich lohnt, diesen Weg weiter zu gehen oder ob es nicht ein schrecklicher Fehler wäre.

Das wäre auch die absolut zu präferierende Vorgehensweise, anstatt den laienhaften Äußerungen einer anderen Transgender zu vertrauen. Mach einen Termin bei einer trans*-erfahrenen Psychotherapeut*in aus, gehe hin, erzähle ihr oder ihm von Deinen Sehnsüchten, Deinen Wünschen und Gefühlen, erzähle ihr oder ihm davon wie Deine Schulzeit war, Dein bisheriges Leben, erzähle davon, wie der Sex für Dich ist. Aber das Wichtigste: Sei vor allem ehrlich. Ehrlich Dir selbst gegenüber! Denn wenn Du einmal diesen Weg begonnen hast, die Hormone nimmst, dein bisheriges Sexualhormon blockierst und Du dann die Auswirkungen auf Deinen Körper und Deine Psyche bemerkst, ist ein Zurück nur noch sehr schwer möglich – nach der abschließenden Operation denkbar unmöglich.

In Deutschland brauchst Du nicht einmal eine Überweisung von Deinem Hausarzt. Suche Dir einfach eine*n Psychotherapeut*in die oder der definitiv transgender-Erfahrung haben sollte, mache einen Termin aus und gehe hin, vergiss Deine Krankenkassenkarte oder Gesundheitskarte nicht. Die Abrechnung mit der Krankenkasse und Dergleichen mehr, regelt alles die oder der Psychotherapeut*in.

Ich bin sehr gerne bereit dazu, Dir noch weitere Hilfestellung zu geben und Dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Oben rechts findest Du den Link zum Impressum, dort findest Du alle Kontaktdaten, die Du nutzen kannst. Telefonisch bin ich am besten ab 16:30 zu erreichen. Unter der Handynummer kannst Du auch per Whatsapp mit mir in Kontakt treten.


 

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