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Der Antrag für die Geschlechtsangleichende Operation (GaOP) – Neovagina / Penoid Aufbau

Der Antrag für die Geschlechtsangleichende Operation (GaOP) - Neovagina / Penoid Aufbau 1

Die geschlechtsangleichende Operation (GaOP) ist wohl für viele geschlechtsvarianten, also transsexuellen Menschen das Ziel des gesamten Weges, der Transition, wenn auch nicht für alle. Es gibt natürlich auch geschlechtsvariante Menschen, die mit ihrem Körper, mit ihrem Genital leben können und/oder wollen.

Für Viele von uns, ist das jedoch das größte Ziel, neben der Anerkennung und dem Respekt, als das erkannt und gelesen zu werden, als was wir uns verordnen.

Doch wie kommt man da hin? Was muss man tun, um schlussendlich die geschlechtsangleichende Operation, die GaOP machen zu dürfen?

Der Antrag für die Geschlechtsangleichende Operation (GaOP) - Neovagina / Penoid Aufbau 2

Eines vorweg: Es ist ein langer Weg, ein steiniger Weg, voller Hürden. Dieser Weg ist definitiv nicht leicht oder einfach. Doch mit der entsprechenden Hilfe, guten Ratschlägen und Tipps, kann man ihn auch ohne große Probleme meistern.

Zunächst ein kurzer Umriss des Weges an sich. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Alles beginnt mit dem Start der psychotherapeutischen Begleittherapie. Diese muss man 18 Monate lang durchhalten. Während dieser Begleittherapie kann man alles andere erledigen, was für die geschlechtsangleichenden Operationen so notwendig ist:

  • Die Diagnose (Indikation) nach ICD-10 F64.0 Transsexualität oder nach ICD-11 HA60 Geschlechtsinkongruenz von der Psychotherapeutin/Psychotherapeut mit der Empfehlung für die Geschlechtsangleichenden Operationen
  • Beginn der Hormonersatztherapie, die für die Operationen seit mindestens 6 Monaten laufen muss
  • Vornamens- und Personenstandsänderung nach Transsexuellengesetz (TSG) – Mindestens eines der Gutachten, die hierfür erstellt werden, braucht man nachher auch für die Operationen
  • Eine Fachärztliche Indikation von einem Facharzt für Psychiatrie oder Psychologie mit Empfehlung für die geschlechtsangleichenden Operationen
  • Einen Verlaufsbericht der Hormonersatztherapie vom Endokrinologen.
  • Vorgespräch bei dem Operateur / Chrirurgen deiner Wahl mit Arztbrief über das Vorgespräch

Hier findest du die sogenannten MDS Richtlinien, nach denen der Medizinische Dienst der krankenkasse (MDK) die Kostenzusage für die GaOP der krankenkasse empfiehlt, oder eben auch nicht.

Der Auszug der für die Geschlechtsangleichenden Operationen die Voraussetzungen aufzählt, sieht so aus:

Der Antrag für die Geschlechtsangleichende Operation (GaOP) - Neovagina / Penoid Aufbau 3

Wenn man der Meinung ist, dass man all diese Voraussetzungen erfüllt und alle benötigten Unterlagen beisammen hat, dann kann man den Antrag an die Krankenkasse stellen.

Hierzu muss man zunächst ein entsprechendes Antragsschreiben formulieren, das man dann zusammen mit den ganzn Unterlagen an die Krankenkasse schickt.

Für ein Beispiel für solch ein Antragsschreiben, hänge ich hier einmal meinen eigenen (Christin Löhner) Antrag mit an:

Betrifft: Christin Sophie Löhner, geb. 14.07.1072 in Berlin, Vers.Nr.: YXX12345678 – Antrag auf Kostenübernahme für geschlechtsangleichende Operationen

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich die Übernahme der Kosten für meine geplanten notwendigen geschlechtsangleichenden Operationen bei Dr. med. Oliver Markovsky, Dr. Lubos Kliniken, München-Bogenhausen.

Ich bin Mann-zu-Frau transsexuell und seit Januar 2016 aus diesem Grunde in psychotherapeutischer und seit Juni 2016 in endokrinologischer Behandlung.

Meinen Alltag lebe ich seit Oktober 2015 ausschließlich als Frau, mein Vorname wurde im November 2016 gemäß § 1 Transsexuellengesetz unter Hinzuziehung zweier unabhängiger Gutachter vom Amtsgericht Konstanz geändert.

Inzwischen sind alle meine persönlichen Dokumente und Zeugnisse ausschließlich in der neuen Form vorhanden und entsprechend § 5 Transsexuellengesetz (Offenbarungsverbot) ist meine männliche Vergangenheit praktisch nicht mehr existent.

Eine Rückkehr in die männliche Rolle ist aus meiner Sicht völlig ausgeschlossen, da ich eine Lebensperspektive nur noch in der jetzt seit zwei Jahren gelebten weiblichen Rolle sehe.

Ich bin gefestigt in meinem Vorhaben, was die Befunde bestätigen. Mir geht es psychisch soweit gut, dass ich mich nicht mehr verstecken muss, als Frau leben kann.

Leider kann ich als Frau nicht vollständig am gesellschaftlichen Leben teilhaben (Sauna, Schwimmbad, Umkleidekabinen, u.ä.). Damit bleiben Freizeit- sowie sportliche Aktivitäten auf geschlechtsneutrale Aktionen beschränkt, was ich als Einschränkung meiner persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten ansehe und was mein psychisches Wohlbefinden beeinträchtigt.

Mein Körper hat sich durch die notwendige Hormontherapie verändert, so habe ich mittlerweile eine weibliche Brust. Mein männliches Geschlechtsteil passt jetzt nicht mehr zu meinem ansonsten weiblichen Erscheinungsbild. Dieses zweigeschlechtliche Erscheinungsbild ruft hervor, dass ich jedes Mal wieder peinlich berührt bin und mich schäme, wenn ich mich mit meinem nicht eindeutig fraulichen Erscheinungsbild zeigen muss (z.B. Arztbesuche). Ich empfinde mein männliches Geschlechtsteil daher als unpassend, störend und unästhetisch und somit als körperlich entstellend. Ich bin zwar rechtlich und psychisch als Frau angekommen, aber körperlich noch nicht ganz.

Um mein Leben als Frau im vollen Umfang gestalten zu können, bedarf es der Anpassung meines äußeren Erscheinungsbildes an das einer Frau durch die geschlechtsangleichende Operation.

Die Eingriffe möchte ich bei folgendem Arzt durchführen lassen:

Dr. med. Oliver Markovsky, Dr. Lubos Kliniken, München-Bogenhausen

Sollten ihrerseits noch weitere Auskünfte oder Dokumente benötigt werden, bin ich gern und jederzeit bereit, diese im Rahmen meiner Möglichkeiten zu erteilen bzw. nachzureichen.

Ich möchte mich bereits im Voraus für Ihr Verständnis und Ihre Bemühungen bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Hier das Ganze auch noch mal als PDF zum Anschauen oder ausdrucken:

2017-07-25-antrag-gaop-zensiert

Alle Unterlagen, zusammen mit diesem Antragsschreiben, schickst du dann an die Krankenkasse und wartest auf eine Antwort, die dann hoffentlich auch positiv ausfallen wird.

Achtung:

Bekommst du innerhalb von fünf Wochen nach Eingang des Antrags bei der Krankenkasse keine Antwort – also wirklich gar nichts, nicht einmal dass der Antrag an den MDK weitergeleitet wurde, dann gilt der Antrag automatisch als angenommen und die Kostenzusage als automatisch zugesagt.

In diesem Fall schickst Du dann einen Brief an die Krankenkasse mit der Bitte, aufgrund der fehlenden Antwort oder Reaktion in den letzten fünf Wochen seit Eingang des Antrags bei der Krankenkasse (Achtung, Antrag per Einschreiben mit Unterschrift versenden!), dir die Kostenzusage zu schicken.

Hast du dann die offizielle Kostenzusage der Krankenkasse bei dir vorliegen, kannst du dann den Termin beim Chirurgen für die geschlechtsangleichende Operation ausmachen.


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